Stefan Cifolelli

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Stefan Cifolelli (geboren in Antwerpen) ist ein belgischer Opernsänger der Stimmlage lyrischer Tenor.

Cifolelli entstammt einer italienischen Familie. Er studierte am Königlichen Konservatorium in Brüssel (in der Klasse von Marcel Vanaud und Pascale Devreese) und wurde lange Jahre von seinem Lehrer Vittorio Terranova betreut. Während seines Studiums war er Mitglied des Opernstudios am Brüsseler Théâtre Royal de la Monnaie. Dort arbeitete er unter anderem mit den Regisseuren Willy Decker und Achim Freyer sowie den Dirigenten Alessandro De Marchi, René Jacobs und Kazushi Ōno. Er belegte weiters Meisterkurse bei Graham Johnson, Tom Krause, Luciano Pavarotti, Vera Rózsa und Sarah Walker.

Seine Karriere begann mit mehreren Rollen in Opern von Gioachino Rossini, nachdem der Sänger im Jahr 2011 vom Dirigenten Alberto Zedda an die Accademia Rossiniana in Pesaro eingeladen worden war. In vier Spielzeiten beim dortigen Rossini Festival und bei einem Gastspiel beim Rossini Festival in Wildbad verkörperte er kleinere und größere Rollen des Belcanto-Komponisten. Schritt für Schritt erarbeitete sich Cifolelli ein breites Repertoire insbesondere französischer und italienischer Opern seines Faches.

Neben Rossini-Rollen stellten in der Folge zwei Mozart-Partien wichtige Achsen seines Repertoires dar:

Stefan Cifolelli als Gandhi in Satyagraha
Komische Oper Berlin, Regie: Sidi Larbi Cherkaoui, Bühne: Henrik Ahr, Kostüme: Jan-Jan van Essche, Licht: Roland Edrich, Dirigent: Jonathan Stockhammer, Oktober 2017

Seit 2013 singt Cifolelli regelmäßig an der Komischen Oper in Berlin. Neben Ferrando und Don Ottavio verkörperte er dort den Paris und den Hierlinger Ferdinand in Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald, vertont von HK Gruber.[1] Dieser Deutschen Erstaufführung im Mai 2016 folgte im Oktober 2017 die Rolle des Gandhi in der bejubelten Berliner Erstaufführung von Satyagraha von Philip Glass.[2]

Weiters gastierte Cifolelli am Landestheater Niederbayern (als Elvino und Arturo), an der Opéra de Massy und der Opéra de Reims (als Harlekin und Soldat), an der Opéra Royal de Wallonie (als Fenton und Junker Spärlich), an der Wichita Grand Opera (als Rodolfo) und an der Staatsoper von Russe in Bulgarien (als Tonio und Faust). Er trat auch in Sofia und mehrfach beim Classic Openair Solothurn auf.

Cifonelli ist auch im Konzertsaal zu hören. 2011 gab er sein erstes Solo-Recital im Théâtre Royal de la Monnaie. 2012 übernahm er die Tenorpartie in Beethovens Messe in C-Dur – im Brüsseler Palais des Beaux-Arts (BOZAR).

Rollen (Auswahl)

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Auber:

Bellini:

Bizet:

Donizetti:

Glass:

Gounod:

Grétry:

Lehár:

Mozart:

 

Nicolai:

Offenbach:

Puccini

Rossini:

Ullmann:

Verdi:

Commons: Stefan Cifolelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Andre Sokolowski: „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von HK Gruber, in: Freitag, 23. Mai 2016.
  2. Nahaufnahme: Back To The Basics, 2. November 2017.
  3. a b Gioacchino Rossini. In: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen. Zeno.org, Band 20.
  4. Rossini (La) Donna del Lago. CD-Rezension der Naxos-Aufnahme auf der Website der Zeitschrift Gramophone, abgerufen am 6. August 2016.
  5. Aufnahme von Lü Jia (2007) in der Diskografie zu Stefan Cifolelli bei Operadis.